Zum Inhalt springen

Weiterentwicklung IV

Der Fokus stimmt, aber es braucht die nötigen Mittel

Die Botschaft zur «Weiterentwicklung IV» für die neueste Revision der IV Gesetzgebung wird derzeit in den zuständigen Parlamentskommissionen behandelt.
Die IVSK konnte im Rahmen des Parlamentarischen Hearings zum Thema ein paar wichtige Punkte aus Sicht der Durchführungsstellen darlegen. Diese werden hier zusammengefasst.

Mit der Fokussierung auf Jugendliche und junge Erwachsene sowie auf psychisch erkrankte Menschen hat die Vorlage zur Weiterentwicklung IV die richtigen Zielgruppen im Fokus (s. Kasten).
Es braucht hohes Vertrauen, viel Einsatz und viel Zeit, um eine Person erfolgreich einzugliedern. Die IV-Stellen nutzen die seit 2008 geschaffenen Mittel zur beruflichen Integration intensiv und weisen gute Resultate aus.

Fortsetzung der Erfolgsgeschichte erfordert zusätzliche Mittel   
Allerdings erfordern die starke Zunahme der IV-Anmeldungen (30% seit 2012) sowie die neuen Aufgaben im Rahmen der 5. und 6. IV Revision die entsprechenden Mittel und personellen Ressourcen. Dieser wichtige Punkt wird in der Botschaft zur Weiterentwicklung IV nicht erwähnt.

Die Mittel der IV-Stellen zur Durchführung der Eingliederungsmassnahmen sind seit 2013 plafoniert. Um der Situation der steigenden IV-Anmeldungen weiterhin gerecht zu werden, hat die IV-Stellen-Konferenz ein Verwaltungskostenmodell erarbeitet. Dieses würde es den IV-Stellen ermöglichen, ihre Kosten an den gestiegenen Aufwand der Fallbearbeitung anzupassen.
Ähnliche Modelle sind bei den meisten anderen Sozialversicherungen bereits etabliert.
Die IV-Stellen-Konferenz ist zuversichtlich, dass die Gespräche zu diesem Modell vertieft werden. Nur so und mit den entsprechenden Mitteln können die IV-Stellen die Aufgaben der Eingliederung auch in Zukunft erfolgreich weiterführen.


Erfolgreiche Eingliederung

Die gesamtschweizerische Zahl der IV-Rentner sinkt seit über 10 Jahren. Die Investition in die berufliche Eingliederung lohnt sich in sozialer, gesellschaftlicher, finanzieller und gesundheitlicher Hinsicht.
Die Zahl der Neurentner konnte seit 2003 halbiert werden und ist seit einigen Jahren stabil. Für zwei Gruppen wächst sie jedoch weiter:
 Jugendliche und junge Erwachsene: Es lohnt sich, schon früh in diese Gruppe zu investieren, damit sie in der Arbeitswelt Fuss fassen können.
Menschen mit einer psychischen Erkrankung: Sie machen mit 40% den grössten Anteil aller IV-Neurenten aus. Auch für sie erweist sich der Weg in den Berufsalltag oft schwierig. IV-Stellen können hier bereits früh im Prozess vermitteln, z.B. mit einer Frühintervention noch während der Anstellung.