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Im Fokus: Ressort Rahmenbedingungen

"Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, können keine guten Resultate erzielt werden."

Patrick Scheiwiller, Vorstandsmitglied und Ressortverantwortlicher Rahmenbedingungen, über die zentrale Bedeutung der Ressourcen für die Durchführung und wofür er 2018 ganz besonders einstehen wird. 

Herr Scheiwiller, Sie leiten im Vorstand der IVSK das Ressort „Rahmenbedingungen“ – von welchen Rahmenbedingungen genau sprechen wir?

Zum einen geht es darum, bei Gesetzes- und Verordnungs-Revisionen das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) in der Ausarbeitung solcher Revisionen zu unterstützen. Dies erfolgt sowohl inhaltlich als auch mit Hinweisen zur Durchführung, welche letztendlich wichtig für die Umsetzung neuer Gesetze und Verordnungen sind. Als eine wesentliche Rahmenbedingung und von zentraler Bedeutung sind die benötigten Ressourcen und finanziellen Mittel zu nennen, welche das BSV den Durchführungsstellen zuspricht. Weitere Rahmenbedingungen sind Fragen rund um die Standards der Wirkungsmessung aber auch übergeordnete Richtlinien.

Was ist in den oben genannten Bereichen konkret Ihre Rolle bzw. die des Ressorts?

Bei geplanten Gesetzes- und Verordnungsrevisionen unterstützt die IVSK, vertreten durch das Ressort Rahmenbedingungen, das BSV bereits in der ersten Ausarbeitung von Vorlagen. Liegen die konkreten Ergebnisse vor, gilt es, mittels Stellungnahmen und/oder Antworten zu Vernehmlassungen, die geplanten Änderungen aus Sicht der Durchführung darzulegen und mögliche Gegenvorschläge zu formulieren.
Die finanziellen Mittel zur Durchführung sind in der IVSK ein Dauerthema. Die Situation war in den vergangenen Jahren besonders dadurch gekennzeichnet, dass die Budgets aller IV-Stellen seit 2013 plafoniert sind. Dies stellt die Durchführungsstellen vor unterschiedlich hohe Herausforderungen. Die in den letzten Jahren stetige Zunahme der Anmeldungen „Berufliche Integration/Rente“ kombiniert mit den immer komplexer und umfangreicher werdenden Verfahren – bei gleichzeitiger Plafonierung der Ressourcen – birgt viele Gefahren. Hier gilt es, das BSV mit den entsprechenden Fakten zu beliefern und mögliche Auswirkungen auf das Sozialwerk «Invalidenversicherung» aufzuzeigen. Ressourcen und finanzielle Mittel sind auch nach neuen Gegebenheiten und Regeln vom BSV bestmöglich auf die IV-Stellen zu verteilen – in dieser Fragestellung vertritt das Ressort  mit Vorschlägen und neuen Konzepten auch die konsolidierte Meinung der Mitglieder der IVSK.

Sie selber leiten auch eine der grossen IV-Stellen, die IV-Stelle St.Gallen. Wie lassen sich die beiden Aufgaben vereinbaren?

Grundsätzlich ist es wichtig, in beiden Jobs im Hintergrund ein gutes Team zu wissen. Was die Leitung der IV-Stelle St.Gallen betrifft, so kann ich mich im operativen Geschäft auf über 200 Mitarbeitende voll und ganz verlassen und was die Gesamtführung betrifft so werde ich hervorragend vom Leitungsteam der IV und der Geschäftsleitung der SVA St.Gallen unterstützt. Innerhalb der IVSK funktioniert der Vorstand sehr gut, die Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle der IVSK ist eingespielt und was die Arbeit innerhalb des Ressorts betrifft, so kann ich auf eine breite Unterstützung aller Mitglieder im Ressort zählen.
Die Leitung einer Durchführungsstelle und die damit einhergehenden Erfahrungen und gemachten Erkenntnisse  sind enorm wichtig, um die richtige Perspektive für die strategischen Arbeiten im Ressort sicherzustellen. Gerade deshalb ergänzen sich beide Aufgaben sehr, trotz unterschiedlicher Aufträge.

Ihr Ressort ist im aktuellen Leitsatz der IVSK „Rahmenbedingungen für eine optimale Entwicklung“ enthalten. Wie würden Sie diesen Leitsatz in der Öffentlichkeit erklären?

Ganz einfach: Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, können keine guten Resultate erzielt werden. Es ist ähnlich, wie unsere Bilder im Jahresbericht. Pflanzen können sich unter schwierigsten Verhältnissen, welche von aussen kommen und nicht beeinflussbar sind, entwickeln. Dies spiegelt auch etwas das Umfeld, in welchem sich die IV bewegt. Die Ausgangslage mit einer hohen Verschuldung, die Zunahme der wirtschaftlichen Dynamik verbunden mit immer höher werdenden Anforderungen einzelner Personen, der Gesellschaftswandel und neue Technologien sind grosse Herausforderungen, um das oberste Ziel der IV «die Integration von Menschen mit einer gesundheitlichen Einschränkung» zu erreichen. Diese Faktoren können seitens der IV nicht beeinflusst werden. Pflanzen kann man giessen, düngen, schützen und auch pflegen – dies ist der andere Teil: nämlich Rahmenbedingungen, die beeinflussbar sind und aktiv gestaltet und bestimmt werden können. Sind solche Rahmenbedingungen ideal, so kann die Pflanze auch bei sehr schwierigen äusseren Einflüssen gedeihen und sich entwickeln. Deshalb ist es enorm wichtig, dass die von «innen» gesetzten und beeinflussbaren Rahmenbedingungen so gestaltet sind, dass gute Resultate erzielt werden können.

Wir starten in ein neues Jahr. Welches ist für Sie das wichtigste Projekt für 2018?
Warum?

Ein einzelnes Projekt als das Wichtigste hervorzuheben ist schwierig, da viele Tätigkeiten miteinander vernetzt sind. Aber als wichtigster Grundsatz sehe ich, den Dialog im 2018 ins Zentrum zu setzen. Gemeinsame Lösungen bedingen einen guten Dialog, der von Respekt, Offenheit aber auch Klarheit geprägt ist. Es gilt, gute Kompromisse im Dialog zu finden – leider stelle ich persönlich eine Tendenz in der heutigen Zeit fest, dass zwar Kompromisse geschlossen werden, diese aber oft nicht zur Lösung beitragen. Solche Lösungen bringen uns nicht weiter, und hier sind wir alle gefordert. Es gilt, für die Sache einzustehen und sich mit Engagement einzusetzen und mit allen Partnern in den Dialog zu treten.

Steckbrief

Name: Patrick Scheiwiller
Im Vorstand der IVSK seit: 01.11.2016
Funktionen: Leiter IV-Stelle St.Gallen, Mitglied der Geschäftsleitung der SVA St.Gallen
Spezialgebiete: Versicherungs-Wirtschaft, Qualitäts- und Prozessmanagement
Mein Zitat: Für gute Lösungen lohnt es sich immer zu kämpfen
Wenn ich nicht arbeite…: …bin ich weiter aktiv - sei es sportlich, unterwegs in anderen Städten oder Ländern, schönes Beisammensein mit Familie und Partnerin oder einfach mal genüsslich kochen.